Energie aus dem Nichts – Kommentar

Fachvortrag von Dr. Florian Aigner (GWUP) - mit Kommentaren

Energie aus dem Nichts - Kommentar

Energie aus dem Nichts – Fachvortrag bei der SkepKon 2019

Skepkon2019Energie aus dem nichts, gibt es so etwas? Dieser Frage ist Dr. Florian Aigner nachgegangen und hat seine Erkenntnisse bei der Konferenz für Wissenschaft und kritisches Denken kurz SkepKon 2019 vorgetragen. Der Veranstalter dieser jährlichen Konferenz ist der Verein „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften“, abgekürzt GWUP. Florian Aigner hat an der technischen Universität Wien Physik studiert. Als Physiker, Journalist und Wissenschaftserklärer erzähle er über wissenschaftliche Themen und manchmal auch über Unsinnigkeiten aus Esoterik und Pseudowissenschaften, die immer wieder für echte Wissenschaft gehalten werden, so ist auf seiner Website zu lesen.

Energie aus dem Nichts – Der Traum vom Perpetuum mobile.

Das überbalancierte RadDas Thema Energie aus dem Nichts hat er ausgiebig recherchiert, gewinnt man den Eindruck. Sachlich und kompetent stellt er die weit verbreiteten Irrwege in ein wissenschaftliches Licht. Völlig zu Recht – wie wir meinen – kommen ein paar konkrete Beispiele auf die Leinwand von denen die Erfinder stets meinten man habe ein Konstrukt erschaffen das freie Energie nutzen kann um damit Strom zu erzeugen. Wir verfolgen nun einmal diesen Vortrag und kommentieren die Darstellung, denn es gibt manchmal mehrere Sichtweisen.

Gleich zu Beginn wird ein Auftriebskraftwerk vorgestellt das in jüngster Vergangenheit zu einem Hype in der Szene geworden war und deren tiefer Fall nicht hätte größer sein können. Der Traum vom Perpetuum mobile. (Der ganze Vortrag im Video unter dem Text.)

Fachvortrag mit Kommentaren.

Florian Aigner Physiker TU WienO-Ton Florian Aigner: Vielen herzlichen Dank, willkommen meine Damen und Herren. Ich freue mich sehr hier zu sein. Ja, das Perpetuum mobile, Energie aus dem Nichts wäre das nicht schön? Das Thema verfolgt mich seit einigen Jahren. Ich bin da zufällig reingestolpert ich habe da einen nicht besonders bedeutenden Beitrag gespielt bei einer Fernsehsendung zu dem Thema und seitdem bekomme ich so in unregelmäßigen Abständen immer wieder Perpetuum mobile Entwürfe zugeschickt. Und Leute sagen: Da, ich hab da was gebaut manchmal. Viel öfter sagen sie: Ich hab’s gar nicht gebaut, ich habe nur die Pläne gezeichnet und man sieht sofort das ist ein Perpetuum mobile das funktionieren muss. Schauen sie sich das doch mal an.

Gerichtlich bestätigt, der Energieerhaltungssatz.

Emmy NoetherUnd mein persönlicher Höhepunkt in diesem Zusammenhang war dann, als ich vor zwei Jahren eine Einladung vor Gericht bekommen habe, zum Glück nicht als Beschuldigter, sondern als Zeuge. Da ging es um einen Prozess wo eine Firma involviert war, die so spannende Geräte verkauft und es ging um die Frage ob die tatsächlich funktionieren. Und ich habe dann als Physiker im Zeugenstand im Landesgericht zu Protokoll gegeben, dass es den Energieerhaltungssatz tatsächlich gibt. Dazu stehe ich bis heute…

Offenes SystemKommentar: Okay, hier machen wir mal den ersten Stopp. Damit wir wissen wovon Herr Aigner hier spricht lesen wir mal die Definition aus Wikipedia vor, da steht: „Als Perpetuum mobile werden nicht existierende Geräte bezeichnet, die einmal in Gang gesetzt ohne weitere Energiezufuhr ewig in Bewegung bleiben und damit je nach zugrunde gelegte Definition möglicherweise noch Arbeit verrichten sollen. Allen ist gemeinsam, dass sie mindestens einem thermodynamischen Hauptsatz widersprechen und deshalb nicht realisierbar sind.“ Herr Aigner müsste hier eigentlich noch einmal differenzieren zwischen offenen und geschlossenen Systemen. Bei geschlossenen Systemen ist das vollkommen richtig was er sagt, offene Systeme hingegen ziehen doch Energie von außen an sich und das wird oftmals verwechselt oder bezeichnet ebenfalls als Perpetuum mobile, nur deshalb weil man eigentlich nicht erklären kann wo die Mehrenergie her kommen sollte.

ROSCH AuftriebskraftwerkO-Ton Florian Aigner:  …aber es gibt Menschen die der Meinung sind, dass die Sache doch nicht ganz so einfach ist und dazu gehörten staunende Besucher im Jahr 2014 bei der Herbstmesse in Klagenfurt. Das ist eine nicht besonders bedeutende Industriemesse wo lokale Firmen ihre Erzeugnisse präsentieren, aber dazwischen stand auch eine Maschine die versprach die Welt radikal zu verändern. Es war ein so genanntes Auftriebskraftwerk. Ein Gerät, das man sich kaufen kann, das man zuhause hinstellt und das versorgt einen unabhängig vom öffentlichen Stromnetz mit Energie. Mit beliebig viel Energie, ohne dass dafür irgendwelche Ressourcen nötig wären.

Das Auftriebskraftwerk von ROSCH.

GAIA AuftriebskraftwerkDas Ding sieht recht imposant aus. Das ist ein großes Wasserbecken, mehrere Meter hoch und das stand da bei der Messe herum und das bewegte sich. Man konnte das sehen, das war wirklich zweifellos beeindruckend. Das Prinzip dieses Auftriebskraftwerks ist nicht besonders kompliziert. Sie haben hier also Wasser und in diesen Wasserbecken wird eine Kette im Kreis geführt. An dieser Kette sind Plastikbehälter befestigt. Und hier auf dieser Seite sind die Behälter mit Wasser gefüllt und sinken dann nach unten und an der untersten Stelle wird Luft in diese Behälter gepumpt, woraufhin die eine Auftriebskraft erfahren und nach oben wandern.

Kreislauf durch Auftrieb – geht das?

Rosch Auftriebskraftwerk SchemaUnd die Kraft, die dabei ausgeübt wird, hilft auf der anderen Seite nach unten zu ziehen und das ist ein Kreislauf und von diesem Kreislauf kann man Energie abzapfen. Dieser Kreislauf, der treibt einen Generator an dann Strom erzeugt. Bis hierher ist alles wunderbar in Ordnung. Das ist physikalisch richtig und problemlos. Die Schwierigkeit, wie sie sich vorstellen können, entsteht hier unten, denn wenn ich hier Luft reinpumpe in diesen Behältern, muss ich Energie aufwenden. Der Kompressor, den ich hier hinstellen um das Wasser auszudrücken aus diesem Behälter, der braucht Strom. Und man kann sich dann leicht überlegen, dass die Energie die ich zuführe, indem ich die Luft reinpumpe, dann natürlich genau die Energie ist, die in dem System enthalten ist und die ich dann im optimalen Fall auch nutzen kann auf irgendeine Weise. Ganz klar.

Energie aus dem Nichts und die Thermodynamik.

Kompressoren für AuftriebskraftwerkDie Behauptung der Firma Rosch, die das produziert, ist allerdings dass die Energie die hier notwendig ist, geringer ist als die Energie die ich herausbekomme aus dem System. Und deswegen kann ich die Differenz in Form von elektrischem Strom abzweigen, ich kann quasi den elektrischen Kompressor den ich hier benötige, direkt anstecken am Generator oben und zusätzlich bleibt noch etwas übrigen. Toll, wenn sie jetzt sagen das ist doch irgendwie zu schön um Physik zu sein dann haben sie Recht. Dieses Ding wäre ein klassischer Fall von einem Perpetuum mobile erster Ordnung. Das ist ein Gerät, das Energie aus dem Nichts erzeugt. Das also den Energieerhaltungssatz verletzt, den ersten Hauptsatz der Thermodynamik…

schwimmende Boje durch AuftriebKommentar: Die meisten Leute würden nicht sagen, dass die Energie aus dem Nichts kommt, sondern sie würden sagen aus dem Auftrieb bzw. aus der Schwerkraft, der Gravitation letztendlich und so haben die Leute von GAIA und ROSCH das auch gesehen. Die Konstrukteure dachten nicht daran, dass es ein geschlossenes System ist, sondern sie sagten, es ist ein offenes System, weil man ja die Schwerkraft beziehungsweise den Auftrieb eigentlich überhaupt nirgends ausschließen kann auf dieser Erde. Trotzdem hat Herr Aigner natürlich Recht, man muss mehr Energie aufwenden um das System zu betreiben als man je herausholen können wird. Aber das liegt in der Hauptsache daran, dass die Reibung sehr sehr groß ist, das heißt, die Behälter müssen durch dieses Wasser durch, müssen es verdrängen und sie haben hunderte von mechanischen Teilen, überall sind Gelenke drin, alles dreht sich untereinander und das macht im Grunde genommen den Verlust aus, warum das Auftriebskraftwerken halt doch sehr viel mehr Energie braucht als man herausbekommen kann. (Siehe auch hier)

Den ganzen Vortrag hier im Video:
Energie aus dem Nichts, Dr. Florian Aigner GWUP – Kommentar

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2 Kommentare

  1. Berechnet und vergleicht man beim Auftriebskraftwerk die durch Auftrieb/Gravitation gewonnene Energie und die für das Befüllen mit Luft entgegen dem Wasserdruck notwendige Energie, so bestätigt sich die Energieerhaltung: beide Energien sind exakt gleich groß. Wenn man sich im Gedankenexperiment ein solches Kraftwerk völlig ohne Verluste vorstellt, könnte das auch keine Energie abliefern.
    Die Firma Rosch hat nicht nur behauptet, dass man mit diesem “Kraftwerk” mehrere Kilowatt an Leistung gewinnen könne, sie hat das auch in betrügerischer Absicht in Vorführungen vorgetäuscht. Durch die Brisanz des Energiethemas ist das leider kein Einzelfall. Immer wieder tauchen betrügerische Scheinfirmen und auch Einzelpersonen auf, die lediglich vortäuschen, innovative Energietechnologien zu haben.

  2. Der Energieerhaltungssatz gilt auch in offenen Systemen. Jeder Motor und jeder Generator ist ein offenes System. Bei beidem gilt der Energieerhaltungssatz. Nur muss man hier halt zugeführte und abgeführte Energie mit in der Energiebilanz mit berücksichtigen. Im Noether-Theorem ist auch keine Rede von einer Beschränkung auf geschlossene Systeme. Für die Herleitung der Energieerhaltung dürfen sich lediglich die Gesetze der Physik nicht mit der Zeit ändern. Und die waren schon immer Montags die gleichen wie Dienstags. Wenn Montags die Schwerkraft 0 wäre und Diestags wieder normale Schwerkraft herrschen würde, dann könnte man ansonsten an einem Montag Wasser ohne Energieaufwand auf einen Berg pumpen und an einem Dienstag daraus Energie gewinnen, wenn man es bergab durch einen Generator leiten würde.

    Energie kann nicht “angezogen” werden. Es können nur unterschiedliche Energielevels ausgeglichen werden. Das kann jederzeit mit einfachsten Mitteln nachgemessen werden. Eine “Energieanziehungsanordnung” – womöglich noch mit ein/aus-Schalter- konnte noch keiner vorweisen.

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